Mitarbeitende

Joe, 1977 in England geboren.

Ich studierte Umweltwissenschaften und Geographie und promovierte dann in Entwicklungsstudien mit Forschung in Indien.

Später brachte mich eine Postdoc-Forschung nach Bonn. Der Großteil meiner Forschung konzentrierte sich auf Landwirte in Asien.

Schließlich hatte ich es satt, hinter einem Computer zu sitzen, und kam 2018 als Landarbeiter zu Solawi Bonn.

Ich wünsche mir für die Zukunft eine Landwirtschaft, die lokal, organisch und regenerativ ist, die die Menschen wieder mit dem Essen, das sie essen, und mit der Natur verbindet.

Ich habe kein Lieblingsinsekt, aber ich mag Marienkäfer sehr gerne.

 

Diethelm, 1968

– Was bringt Dich zur Landwirtschaft?

Die Beschäftigung mit Wildbienen und ihrer Vielfalt führte mich schnell zur Erkenntnis, dass eine reich strukturierte Landschaft mit ihren vielfältigen Biotopen die wichtigste Voraussetzung für das Vorkommen einer Vielzahl von Arten ist. Die ehemals reich strukturierte Kulturlandschaft der vorindustriellen Landwirtschaft war dafür auch ein wesentlicher Faktor.

Daher mache ich mir seitdem Gedanken, wie eine Landwirtschaft aussieht, die unsere biologische Vielfalt erhalten kann. Um das nicht nur theoretisch zu tun, habe ich mich auch praktisch auf dem Acker eingebracht. Vertieft habe ich diese praktischen Erfahrungen durch Bücher und Seminare wie z.B. das Symposium ‚Aufbauende Landwirtschaft‘. Seit 2018 bin ich Teil der ersten Ausbildungsgruppe der Selbstorganisierten Solawi-Gärtner*innen-Ausbildung. Hier haben wir uns mit Hilfe von Profis und ihrem Erfahrungswissen professionalisiert.

– Was bringt Dich zur Solawi Bonn/Rhein-Sieg?

Seit ich bei dem 3-monatigen Webinar ‚Agrogentechnik für Fortgeschrittene‘ das Konzept einer Solidarischen Landwirtschaft kennen gelernt habe, habe ich die Idee verbreitet.

Nachdem 2 Jahre später die Solawi Bonn startete, war ich natürlich mit dabei.

– Was wünschst Du Dir für die Zukunft der Landwirtschaft?

Flächendeckend pestizidfreie Landwirtschaft mit reich strukturierten Feldern, die nicht allein auf Maschinenfreundlichkeit ausgerichtet sind, sondern Säume, Hecken, Ruderalstellen, Lehmpfützen, … zulassen. Felder, auf denen Wechselkröte und Feldhamster, Schwalben und Mauersegler, Wildbienen und Grabwespen, Schmetterlinge und Schlupfwespen existieren können.

Außerdem eine Landwirtschaft, die ihr regionales Umfeld versorgt und die auch den Erzeugern ein auskömmliches Leben ermöglicht.

– Was ist Dein Lieblingsinsekt?

Ich habe ganz viele Lieblingsinsekten. Exemplarisch vielleicht den Schwalbenschwanz (Papillio machaon). Weil er kein alltäglicher Schmetterling ist, auf vielfältigen Gemüseäckern aber vorkommen kann. Auch seine Raupe ist sehr eindrucksvoll.

 

Anna Zimmer, 1980

– Was bringt Dich zur Landwirtschaft?

Ich habe Geographie, Organischer Landbau und Bodenkunde hier in Bonn studiert. Nachdem ich etliche Jahre zu Politischer Ökologie in Indien geforscht habe, habe ich 2016 begonnen, in Delhi auf einem Biohof zu arbeiten. Es ist für mich einfach viel befriedigender, an einem spannenden Lösungsmodell mitzuarbeiten, als Probleme immer wieder zu analysieren und zu beschreiben… und der Natur so nahe zu sein jeden Tag draußen.

– Was bringt Dich zur Solawi Bonn/Rhein-Sieg?

Ich bin Anfang 2020 mit meiner Familie nach Bonn zurückgekehrt und das Solawi Konzept begeistert mich wirklich. Ich denke, es ist an der Zeit, nicht nur die Art der Landwirtschaft zu verändern, sondern auch die Art unseres Wirtschaftens und unseres Miteinander. Zu erleben, wie man sich Verantwortungen, Aufgaben, und dann eben die Ernte teilt, ist wunderbar. Dass Menschen diejenigen kennen, die ihr Gemüse anbauen, den Ort, an dem es wächst, und auch zum Teil selber mithelfen, ist toll  – es schmeckt besser, und das Verständnis zwischen Bauern und (meist) städtischen Gemüsegenießern ist wirklich wichtig.

– Was wünschst Du Dir für die Zukunft der Landwirtschaft?

100% Bioanbau, Humusaufbau, Biodiversität, kleinteiligere Familienbetriebe auf den wunderbaren Böden, die oft um Städte herum liegen (vor allem hier), und Resilienz in Angesicht des Klimawandels.

– Was ist Dein Lieblingsinsekt?

Im Moment die Regenwürmer 🙂 Sie nehmen uns einfach so viel Arbeit ab!