Aktuelles

Jahresrückblick Wirtschaftsjahr 2021/22

Wir blicken auf ein ungewöhnlich ruhiges Wirtschaftsjahr zurück, das sehr zur Konsolidierung unserer SoLaWi beigetragen hat. Gelangweilt haben wir uns trotzdem nicht. An Herausforderungen hat es wie immer nicht gefehlt, aber wir haben auch wieder viel geschafft.

An dieser Stelle auch noch mal ein ganz großes Dankeschön an alle, die zum Gelingen dieses Wirtschaftsjahres beigetragen haben: Allen voran unseren Mitarbeiter:innen auf dem Hof und Meik, unserem verlässlichen Ernteausfahrer, den Ehrenamtlichen im Ko-Kreis, den AGs und den Depots, aber auch den vielen Helfer:innen auf dem Acker, die regelmäßig oder zu den Ackeraktionstagen unser Hofteam tatkräftig unterstützt haben und nicht zuletzt euch allen, unseren Mitgliedern, die durch ihr mitmachen ja erst die SoLaWi ermöglichen!

Wir haben das letzte Jahr mit einem festen Team von Mitarbeitenden gearbeitet, das hat der Konsolidierung auf dem neuen Hof und damit uns als SoLaWi gut getan. Alt und doch wieder neu dazu kam Roberto, der schon vor einigen Jahren bei uns gearbeitet hatte. Wir freuen uns, dass er wieder an Bord ist. Im Frühjahr und Sommer durften wir auf einige Praktikant_innen zählen, eine echte Bereicherung für beide Seiten. Ohne entsprechende Arbeitsschutzschuhe setzen wir die Praktikant_innen nicht ein. Geholfen hat uns dabei eine erfolgreiche Stiefelsuche für einen Praktikanten in Größe 48!

Aber noch mal der Reihe nach… ein paar Meilensteine des Jahres:
Im Frühjahr hat unser Mitglied Chris einen SoLaWi-Film gedreht, der wirklich sehr schön geworden ist. Chris ist inzwischen weggezogen, aber er hat uns damit ein richtiges Vermächtnis hinterlassen.

Wir wollten unser Neues Wirtschaftsjahr mit einem Kennenlerntreffen für die Neuen beginnen, doch leider war Präsenz nicht möglich. So kam es zu einer Online-Kennenlern- und Willkommensveranstaltung im März.

Auf dem Hof selber sind wir dann mit einer Tomaten-Säaktion gestartet, die wir 2 Monate später mit einer Kürbis-Gurken-Zucchini-Säaktion fortgesetzt haben. Der Hintergrund war, dass wir Saatgut zu verschenken hatten, das für die auf dem Hof benötigten Mengen nicht ausreichte, aber für Privatzwecke mehr als genug vorhanden war.
Bezogen auf Insekten und Pflanzenschutz hatten wir uns überlegt, bestimmte Pflanzen in Töpfen in die Beete zu stellen. Deshalb hatten wir euch im April gebeten, mal zu schauen, ob ihr Lavendel, Zitronenmelisse oder Minze vorbeibringen könntet. Da kam einiges zusammen.

Wir hatten für das ganze Jahr wieder einen Ackeraktionskalender. Aufgrund von Corona haben wir ihn dann erst mal ausgesetzt, im Sommer aber reaktiviert. Nicht zuletzt durch eure Hilfe konnten wir verschiedene Projekte verwirklichen. Wir haben ein neues richtig tolles Kompostklo, das selbst bei sehr skeptischen Leuten gut ankommt.
Wir konnten einen weiteren kleinen Tunnel bauen, den wir als Geräte- und oder Anzuchttunnel nutzen können. So konnten die Mitarbeitenden in diesem Jahr auch ein wenig Anzucht betreiben.

Auf unserer Außenfläche (dem „Omaplot“) haben wir nun das alte Kompostklo und konnten nach mehrmaligem Anlauf und längerem Warten auf windstille trockene Tage direkt daneben noch ein kleines, sehr leichtes Gartenhäuschen aufbauen.

Da wir in unserer Sitzecke vor dem Sozialraum nur geliehene Möbel hatten, haben unsere Mitarbeitenden in diesem Jahr nun ihre eigenen Gartenmöbeln gebaut, und ihr habt die Sitzkissen dafür gespendet, die besonders im Winter sehr wichtig sind. Parallel dazu wurde auch unsere wunderschöne Erinnerungsbank geschliffen und neu lasiert. Sie erinnert uns an unser verstorbenes Mitglied Wolfgang, dessen Tochter sie uns gespendet hat.

Im Frühsommer ergab sich dann eine Gelegenheit, kostenlos an Tofuprodukte zu kommen. Bei der ersten Abholaktion gab es vor allem Milche, bei der 2. jetzt vor kurzem dann eine bunte Auswahl von Tofuprodukten, die für viele Mitglieder eine echte Bereicherung waren.

Im Juni konnten wir dankenswerter Weise Johanni feiern. Das Wetter spielte mit, sodass wir nach der Abstinenz im Vorjahr in großer Runde unter dem Walnussbaum fröhlich feiern konnten. Auch für unsere SoLaWi-Kinder war das ein großes Highlight.

Eine besondere Aktion war auch die Petersilienernte mit unserem Mitglied Charlotte im Wiesengrund in Hennef. So viel Petersilie auf einmal, da war Fantasie gefragt, um sie zu verarbeiten. Wenn wir mehr Leute gewesen wären und mehr Platz im Transporter gehabt hätten, hätten wir noch mehr ernten können.

Dankenswerterweise erhielten wir einen Grill geschenkt, den wir vor kurzem noch mal wunderbar zur Abschiedsfeier von Charlotte nutzen konnten. Charlotte hat uns ja leider nach 2 Jahren Mitarbeit verlassen. Sie möchte bei sich zu Hause im Westerwald zusammen mit ihrem Partner eine eigene kleine Landwirtschaft betreiben.

Dieses Jahr war ja und vor allem im Vergleich zum Vorjahr ein nasses, mit Gießen gab es nicht so viele Probleme wie im Vorjahr. Natürlich galt das nicht für das Gemüse in den Tunneln, das profitiert ja bestimmungsgemäß nicht vom Regen und braucht trotzdem Wasser und Luft. Das führte zur „Erfindung“ des Lüft- und Gießdienstes an den Wochenenden, den wir ab Mai eingerichtet haben. Auch hier waren viele Mitglieder bereit, uns zu unterstützen. Um jeweils die Tröpfchenbewässerung für die Tunnel in Gang zu bringen, mussten erst Wasserkanister in entsprechender Höhe aufgestellt werden. Dafür bedurfte es der Palettentürme, eine Aufgabe, die wiederum von engagierten Mitgliedern in Angriff genommen wurde.

Im Juli war das große Unwetter, das auch bei Mitgliedern von uns massive Schäden hinterließ. Zum Glück gab es viel Solidarität. Ganz schnell fanden sich Aktive, die bereit waren, beim Aus- und Aufräumen zu helfen.

Eigentlich waren im Juli für alle Mitglieder Kirschen versprochen worden, die Planungen klappten gut. Nur, als die Kirschen frisch vom Baum geerntet werden sollten, stellte sich heraus, dass die Feuchtigkeit, die für den Acker gut war, die Kirschen am Baum hatte gammeln lassen. Zum Glück hatten die Johannisbeeren die Feuchtigkeit besser überstanden, davon konnten wir dann alle kosten.

Im September war viel los. Bei verschiedenen Gelegenheiten hatten viele junge Familien, die neu hinzugekommen waren oder durch Nachwuchs entstanden sind, das Bedürfnis geäußert, sich miteinander zu vernetzen. Deshalb veranstalteten wir dann im September das erste Treffen junger Familien, dass wir in jedem Fall im nächsten Jahr gerne wiederholen wollen.

Ebenfalls im September kam wieder Most und Trester auf den Hof, um das Obst von Mitgliedern und anderen zu einem leckeren Saft zu verarbeiten. Der BUND bot uns seinen Saft aus dem Vorjahr zu sehr günstigen Preisen an.

Eine Ortsgruppe von Greenpeace war zu Besuch auf dem Hof. Sie wollten uns näher kennen lernen und auch von sich erzählen und haben das netterweise damit verbunden, uns bei einem Ackeraktionstag zu unterstützen.

Dann fand im September noch die große Klimademo statt. SoLaWi war natürlich auch dort vertreten. Außerdem waren die Zapatistas zu Besuch in Bonn und suchten auch den Kontakt zur SoLaWi, da sie u.a. alternative Projekte hier kennen lernen wollten und sich vor allem für kleine alternative landwirtschaftliche Betriebe interessierten.
Schließlich gab es im September noch eine weitere Aktion: Einige Mitglieder trafen sich zum Pilzesammeln und -verkosten.

Für Oktober war eine weitere Feier geplant. Unser wunderschönes Erntedankfest konnten wir zum Glück unter dem großen Scheunendach von Milou und Bernd feiern.
Im Oktober kamen außerdem Grundschülerinnen und Grundschüler der Nord- und der Marienschule zu uns zur Kartoffelernte. Manche von ihnen hatten vorher gar keine Vorstellung, wie Kartoffeln wachsen, manche hatten noch nie einen Regenwurm gesehen und fanden, dass unsere großen Würmer wie Schlangen aussahen. Mit ein bisschen Überwindung fanden sie es dann sehr interessant, sie auf die Hand zu nehmen und zu spüren.

Die letzten beiden Ackeraktionstage galten ebenfalls der Kartoffelernte, aber dieses Mal mit den Mitgliedern. Auch das waren wirklich gelungene Tage, besonders auch für die Kinder, die eifrig dabei waren.

Außergewöhnlich in diesem Jahr – und in der Weise bestimmt einmalig – war dann noch die Quittengeleeaktion mit dem Ziel, dass alle wenigstens einen Quittengruß bekommen.
Im November gab es auch in diesem Jahr wieder Gehschnacks für neue Interessierte. Während wir im letzten Jahr überrannt wurden, wurden die Termine in diesem Jahr bisher noch nicht voll ausgeschöpft.

Ein großes Projekt, dass wir noch vor Weihnachten beenden wollten, ist leider noch nicht erfolgreich abgeschlossen: die Erdmiete zur Lagerung von Gemüse. Da müssen wir im nächsten Jahr noch einmal ran.

Im Dezember gab es noch mal Weihnachtsbäume und für diejenigen, in deren Wohnung kein Baum rein soll oder reinpasst, Thuja-Zweige. Ein paar Bäume haben wir für das nächste Jahr stehen lassen.

Ein anderes großes Projekt in diesem Jahr beschäftigt uns auch noch weiterhin: der Ackerlandkauf. Noch wissen wir nicht genau, was daraus wird, hoffen aber, dass wir bald mehr erfahren und es euch dann mitteilen können.
Auch in diesem Jahr haben wir wieder Etliches gesucht und dank eurer Mithilfe gefunden:
Einen Fahrradständer bekamen wir gespendet, ebenso ein Arbeitsfahrrad für den Weg zur Außenfläche und eine Fahrradpumpe dazu. Wir bekamen Sägen, Eimer, Werkzeuge, Betttücher, Hemden, Sicherheitsschuhe und Stiefel, Klappstühle, Sitzkissen, einen alten Kühlschrank, Seifenschalen, Haken, ein kleines Regal und einen Drucker. Für all das ganz, ganz herzlichen Dank!

Viele Hürden sind in diesem Jahr genommen worden, aber es bleibt weiterhin noch
viel zu tun. Wir werden uns auch in Zukunft nicht langweilen und blicken zuversichtlich auf das nächste Wirtschaftsjahr mit euch allen!
Im Dezember 2021 / Kathy

 

Videobericht von unserer Solawi Bonn/Rhein-Sieg

Wie funktioniert unsere SoLaWi? Wer arbeitet für die SoLaWi auf den Äckern und was motiviert die Menschen, bei uns mitzumachen? Kommt mit auf unseren Hof und schaut ihnen in diesem Video über die Schulter!

Film made by Christopher Symes, www.tinywolf.uk

Die SoLaWi Bonn/Rhein-Sieg ist eines der ersten Projekte, das 2013 aus der Transition-Town-Initiative Bonn im Wandel hervorgegangen ist.